Zweiter Vortrag
Solche Dinge gelingen, wenn man nun in entsprechender Weise im Laboratorium den Prozeß eben imitiert, aber innerlich lebendig, so daß man verwendet Kieselsäure auf der einen Seite, auf der anderen Seite Schwefel. Man kann direkt den Schwefel verwenden, denn der ist das eigentlich Wirksame im Equisetum arvense. Nun aber führt man die Bindung herbei neben anderen Bindemitteln, die eine untergeordnete Bedeutung haben, dadurch, daß man in den Prozeß den Eisenprozef3 einfügt. Jetzt hat man den ganzen Prozeß von Equisetum arvense animalisiert, und man bekommt ein Präparat, bei dem es wesentlich darauf ankommt, wie man es herstellt. Denn durch das, wie man den Prozeß durchführt, durch den man zuletzt das Präparat bekommt, sehen Sie gewissermaßen, daß es darstellt das Ergebnis eines Prozesses, der sich abspielt zwischen Kieselsäure, Eisen und Schwefel. Und das, was man da als Präparat bekommen hat, was nun nur, ich möchte sagen, zunächst in dem Präparat in Ruhe gebracht ist, das wird wiederum zum Prozeß aufgerufen, in Bewegung gebracht, wenn es eingeführt wird in den menschlichen Verdauungsprozeß und angewendet wird — wie gesagt, unsere Ärzte haben es «Biodoron» genannt — gerade gegen die lästige Migräne.
Cite:
GA 319/1923-09-02/p048 · edition original