Dritter Vortrag
Es ist mir gesagt worden, daß eine noch weitergehende theoretische Begründung desjenigen gewünscht werde, was ich gestern vorgebracht habe. Nun ist es mir immer so, als ob die Zweifel und die innere Opposition, die sich gegen die Anschauungsweise in ganz begreiflicher Art heute geltend machen muß, noch stärker, ich möchte sagen, aus dem Inneren herausgetrieben werden, wenn diese geistige Begründung gegeben wird, und daß ich namentlich mit Bezug auf das Medizinische ein bißchen die Hoffnung habe, daß es ja auf diesem Felde so ist, daß, wenn die Heilmittel helfen werden in der Anwendung und man aus den Heilmitteln sehen wird, daß hinter der Sache etwas steckt, man uns die theoretische Grundlage verzeihen werde. So daß ich gerade auf diesem Gebiete, wenn es nicht ausdrücklich verlangt wird, etwas zurückhaltend bin mit der theoretischen Begründung. Denn sie muß für den ersten Augenblick noch phantastischer klingen, obwohl sie so exakt ist wie die Mathematik, als dasjenige, was über die Praxis der Heilmittel gesagt werden kann. Dennoch, da es gewünscht wird, werde ich nicht nur am Schlusse, wie ich gemeint habe, eine kurze Begründung geben, sondern ich werde gleich am Ausgangspunkte heute etwas über diese theoretische Begründung sagen.
Cite:
GA 319/1923-09-03/p003 · edition original