Dritter Vortrag

GA 319/1923-09-03/p020 ·1923-09-03 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Ich erinnere mich noch lebhaft, welche wilden Leidenschaften ich einmal ausgelöst habe in einem Eisenbahnwaggon auf der Strecke zwischen Trälleborg und Stockholm, als ich einem schwedischen Arzte diese Herztheorie auseinandersetzte. Es war ein schreckliches Gewühl von Leidenschaften, in das der Mann gekommen ist. Also ich kann ganz gut begreifen, wie sich diese Dinge heute in dasjenige, was wir nun alle einmal gewohnt sind zu denken, hineinstellen. Aber nur dadurch öffnet man sich das Tor vom physischen Menschen zum geistigen Menschen. Denn in dem Augenblicke, wo Sie zweierlei Nerven haben, geht die eine Art von Nerven von der sinnlichen Wahrnehmung zum Zentrum, geht als physische Organisation vom Sinn zum Zentrum. Vom Zentrum aus geht der Willensnerv. Der motorische Nerv vermittelt ebenso materiell dasjenige, was nun als Wille erscheint. Sie kommen aus dem Materiellen überhaupt nicht heraus. Dadurch, daß Sie zweierlei Nerven konstruieren, die es gar nicht gibt — es gibt nur einerlei Nerven -, haben Sie sich das Tor zu dem Geistigen des Menschen zugesperrt. Und das ist dasjenige, was uns die so bewundernswerte Naturwissenschaft, die für den äußeren Menschen so großartig ist, für den Menschen gebracht hat. Sie ist so weit gegangen, daß sie eine rein ausgedachte Theorie an die Stelle der Wirklichkeit gesetzt hat, die rein ausgedachte Theorie, daß es zweierlei Nerven gibt, während eben die motorischen Nerven auch sensitive Nerven sind und nur zur Wahrnehmung der inneren Bewegungen da sind. Auf der anderen Seite macht sie das Herz zu einer Art von Pumpe, zu einem physikalischen Apparat, der durch eine Art Automatismus die rhythmische Zirkulation des Menschen hervorruft. Dann löscht sie sich, indem sie in diesen physischen Automaten Herz die ganze Ursache der rhythmischen Bewegungen des Menschen hineinverlegt, den Zusammenhang aus zwischen dem rhythmischen System und auch zwischen dem Stoffwechselsystem und der geistigen Wesenheit des Menschen.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/319/1923-09-03/p020.json
Cite: GA 319/1923-09-03/p020 · edition original