Dritter Vortrag

GA 319/1923-09-03/p045 ·1923-09-03 · original (original)
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Dagegen hat dieses Gedankenleben noch eine andere Seite, eine wesentlich andere Seite, und wir können, ich möchte sagen, in einer einfachen Weise uns vor die Seele führen, welche andere Seite dieses Gedankenleben hat, wenn wir daran denken bloß, daß ja diese Erscheinung nach dem Bewußtsein beim ganz kleinen Kinde noch nicht vorhanden ist. Dagegen ist die andere Seite dieses Gedankenlebens bei dem ganz kleinen Kinde sehr wohl vorhanden. Das ist die wirkliche dynamisierende, plastizierende Kraft des Gedankenlebens. Wir haben die eine Seite des Gedankenlebens, die für das gewöhnliche Bewußtsein eben in den Vorstellungen, in den Gedanken, in den Begriffen zur Offenbarung kommt, und wir haben gewissermaßen die nach rückwärts gerichtete Kraft der Gedanken, die identisch ist mit jener plastizierenden Kraft, die ich vorhin erwähnt habe. So daß, wenn wir auf das menschliche Vorstellungsleben sehen in seinem Zusammenhang mit dem ganzen menschlichen Organismus, wir eigentlich sagen müssen: dasjenige, was wir vom Gedankenleben wahrnehmen, unmittelbar erleben, das ist wie ein Spiegelbild im Verhältnis zu einem wirklichen Gegenstand. Das Wirkliche am Gedankenleben sind die nach innen gehenden plastischen Kräfte.

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