{"corpus":"steiner","locus":"GA 319/1923-11-16/p004","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ich habe gestern schon darauf hingedeutet, daß man durch die innerliche Erkenntnisschulung der menschlichen Seele tatsächlich dazu kommen kann, im Menschen zu unterscheiden den eigentlichen physischen Leib, dann das, was ich gestern — wie gesagt, eine Terminologie muß man ja haben, und man braucht sich nicht daran zu stoßen — genannt habe den ätherischen Leib, der das erste übersinnliche Glied der menschlichen Natur ist; daß man dann den astralischen Leib, den ich in seinem Eingreifen in bezug auf die Nierenfunktion gestern auch erörtert habe, und zuletzt die Ich-Organisation im Menschen zu unterscheiden habe. Wenn man nun vom Menschen im gesunden oder kranken Zustande spricht, so ist es immer nötig, daß man sich bewußt bleibt, daß diese vier Glieder der menschlichen Wesenheit durchaus zunächst scharf zu unterscheidende Funktionen haben, die ineinander eingreifen, wechselseitige Wirkungen im gesunden und kranken Zustand aufeinander ausüben. Und erst dann, wenn man in der Lage ist, die Einheit der Menschenwesenheit aus diesem Zusammenfluß von vier, ich möchte sagen, voneinander getrennten Funktionsniveaus aus sich zu vergegenwärtigen, ist man auch erst imstande, über den gesunden oder kranken Menschen eine wirkliche Vorstellung zu gewinnen. Ich erwähnte schon gestern: Krankheitsprozesse sind doch Naturprozesse. Und man kann bei unbefangener Beobachtung eigentlich nicht eine Grenze finden zwischen den sogenannten normalen, den gesunden Prozessen des menschlichen Organismus und den kranken Prozessen, wenn man nicht diese Gliederung der Menschennatur kennt und dadurch weiß: wenn irgendeines dieser Glieder in die gesamte menschliche Einheit mehr eingreift, als es eingreifen sollte, dann entsteht dadurch eben das unnormale, krankhafte Funktionieren der menschlichen Wesenheit.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Sechster Vortrag","site_heading":null,"date":"1923-11-16","location":null,"word_count":254,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/319/1923-11-16/p004","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/319/1923-11-16/p004"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/319/1923-11-16/p004","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}