Achter Vortrag

GA 319/1924-07-21_02/p005 ·1924-07-21 · original (original)
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Indem der Mensch ein empfindendes Wesen ist, trägt er des weiteren - man braucht sich nicht an Ausdrücken zu stoßen, sondern nur dasjenige zu sehen, was sie uns erörtern — einen astralischen Leib in sich, der im wesentlichen der Vermittler der Empfindungen ist, der Träger des innerlichen, fühlenden Wesens. Dieser astralische Leib enthält nun in sich nicht mehr Kräfte des Aufbaus, er trägt in sich Kräfte des Abbaus. So wie durch den ätherischen Leib, oder nenne man es, wie man will, aber da ist es, die Menschennatur gewissermaßen sprießt und sproßt, so wird das, was sprießt und sproßt, durch den astralischen Leib fortwährend abgebaut. Und gerade dadurch ist in der menschlichen Organisation eine seelisch-geistige Betätigung, daß das Physisch-Ätherische fortwährend abgebaut wird. Man macht etwas ganz Falsches, wenn man meint, das Geistig-Seelische in der menschlichen Wesenheit liege im Aufbau; und der Aufbau, die fortschreitende Entwickelung, komme zuletzt an einem Punkt — meinetwillen in der Nervenorganisation oder dergleichen — dazu, Träger des Geistig-Seelischen zu sein. Das ist nicht der Fall. Wenn einmal - und alle Anzeichen sind dafür da, daß es in Bälde geschehen wird — unsere tief bewundernswürdigen naturwissenschaftlichen Untersuchungen auf dem Wege weiterschreiten, auf dem sie schon sind, dann wird es sich zeigen, daß im Nervenprinzip nicht ein Aufbauendes das Wesentliche ist; das Aufbauende in der Nervenorganisation ist nur dazu da, damit die Nerven überhaupt bestehen können. Aber der Nervenvorgang ist in einer fortwährenden, wenn auch langsamen Auflösung begriffen; es ist das, was in einem Abbau ist und dadurch gewissermaßen, indem das Physische sich auflöst, dem Geistig-Seelischen den Platz frei macht.

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Cite: GA 319/1924-07-21_02/p005 · edition original