Achter Vortrag
Das kann bei Wärme und Kälte sozusagen jeder Mensch leicht einsehen. Bei allen übrigen Naturvorgängen ist jedoch das gleiche der Fall. Nur ein sorgfältiges, durch geistige Anschauung verschärftes Studium führt dazu, zu erkennen, daß jeder Prozeß, der in der Natur stattfindet, im menschlichen Organismus umgesetzt, transformiert, metamorphosiert wird, so daß wir in unserer inneren Organisation fortwährend Überwinder desjenigen sind, was im irdischen Bereiche in unserer Umgebung da ist. Nehmen wir jetzt die gesamte innere Organisation des Menschen, so werden wir sagen: wird die innere Kraft des Menschen, die äußeren Vorgänge und Prozesse innerlich zu verwandeln, die fortwährend auf ihn einwirken, auch dann, wenn er zum Beispiel Nahrungsmittel genießt, wird diese Fähigkeit herabgesetzt, dann wirkt das, was von außen in den Menschen hineinkommt, als Fremdkörper und der Mensch wird gewissermaßen — wenn ich grob, trivial spreche — ausgefüllt mit Fremdkörpern oder mit Fremdprozessen und so weiter. Oder aber der Mensch entwickelt seine höheren Organisationsglieder, die ich als den astralischen Leib und als Ich-Organisation bezeichnet habe, übermäßig stark, dann kann er die äußeren Prozesse, die von der Umgebung in ihn hineinkommen, nicht nur so transformieren, wie sie transformiert werden sollen, sondern stärker transformieren, wuchtiger, übermäßig transformieren. Es findet eine Beschleunigung der Prozesse statt, die in ihn eindringen. Die äußere Natur wird über das Menschliche hinausgeführt, wird gewissermaßen — populär ausgedrückt - zu stark vergeistigt, und wir haben es wiederum mit einer Störung der Gesundheit zu tun. Aber was man so nur in einem ganz abstrakten Prinzip andeutet, ist ja für jedes Organ im Menschen vorhanden; das muß für jedes einzelne Organ besonders studiert werden. Und der Mensch verhält sich in bezug auf die Art und Weise, wie er die äußeren Prozesse umsetzt, wirklich in einer sehr komplizierten Art.
Cite:
GA 319/1924-07-21_02/p009 · edition original