Achter Vortrag

GA 319/1924-07-21_02/p026 ·1924-07-21 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Wenn von der Befruchtung der Medizin durch die Anthroposophie gesprochen wird, dann handelt es sich also darum, daß man hineinschauen lernt, wie Abnormes im menschlichen Organismus sich dadurch bildet, daß etwas, was in einem bestimmten Systeme normal ist, in ein anderes System hineinversetzt wird. Indem man aber so den menschlichen Organismus durchschaut, kommt man erst dadurch in die Lage, ihn im gesunden und kranken Zustande wirklich verstehen und dann die Brücke schlagen zu können von der Pathologie zur Therapie, vom Beobachten des Kranken zum Heilen. Wenn diese Dinge im Zusammenhange dargestellt werden, wird man schon sehen, wie das, was von einem solchen Gesichtspunkte aus gesagt werden kann, durchaus nicht im Widerspruche steht zu der modernen Medizin. Als ein erstes darüber wird — ich glaube in recht kurzer Zeit — das Buch erscheinen können, das von Frau Dr. Wegman, der Leiterin des Klinisch-Therapeutischen Instituts in Arlesheim, mit mir zusammen geschrieben, veröffentlicht werden wird, und das im Zusammenhange darstellen soll, was von einem solchen geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkte aus — nicht im Widerspruche, sondern als Ergänzung der modernen Medizin — gesagt werden kann. Man wird sich dann überzeugen können, daß es sich nicht um irgendwelche Flunkereien handelt, wie sie heute an der Tagesordnung sind; sondern jenes Buch wird in einer Weise, die der modernen Wissenschaft durchaus gerecht wird, die Befruchtung zeigen, die durch die geisteswissenschaftliche Forschung für die Heilkunst eintreten kann. Gerade wenn man immer mehr und mehr im Detail, mit wissenschaftlicher Gewissenhaftigkeit diese Dinge verfolgen wird, dann wird man auch die Bemühungen erkennen, die in einem solchen Institut wie den Internationalen Laboratorien in Arlesheim gemacht werden, wo nach den hier dargestellten Prinzipien eine ganze Reihe neuer Heilmittel hergestellt werden.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/319/1924-07-21_02/p026.json
Cite: GA 319/1924-07-21_02/p026 · edition original