Sechzehnter Vortrag
Ich habe öfter das ganz triviale Beispiel gebraucht von zwei Menschen, die ich nebeneinander stehen sehe um 9 Uhr vormittags und um 3 Uhr nachmittags, wobei nur der Unterschied besteht, daß der eine von den beiden stehengeblieben ist, und der andere, nachdem ich weggegangen war, nachdem ich mit der Beobachtung aufgehört habe, einen Gang gemacht hat, der ihn 6 Stunden beschäftigt hat. Jetzt steht er wieder neben dem andern um 3 Uhr. Ich werde doch aus den bloßen Beobachtungen der Orte niemals darauf kommen können, was da eigentlich vorliegt. Bloß dann, wenn ich die Ermüdung des einen oder anderen ins Auge fasse, also einen inneren Vorgang, werde ich mich über die Bewegung unterrichten können. Darum also handelt es sich, daß man darauf kommen muß, was von dem Bewegten mitgemacht, durchgemacht wird, wenn man eine Bewegung eben als Bewegung in sich charakterisieren will. Nun ist dazu noch etwas anderes notwendig, das ich dann morgen vornehmen will, aber wir wollen uns heute wenigstens dem Problem nähern.
Cite:
GA 323/1921-01-16/p010 · edition original