Dritter Vortrag

GA 326/1922-12-26/p010 ·1922-12-26 · original (original)
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Und da kommen wir zurück zu einer Zeit, die in ihrer vollen geistigen Lebendigkeit zum Beispiel vorhanden war noch in den ersten christlichen Jahrhunderten, und deren geistige Eigentümlichkeit schon daraus ersehen werden kann, daß Mathematik, Mathesis mit Mystik fast als eins angesehen wurde. Mystik, Mathesis, Mathematik sind eines, wenn auch nur in gewisser Beziehung. Für einen Mystiker in den ersten christlichen Jahrhunderten ist die eigentliche Mystik dasjenige, was man mehr seelisch innerlich erlebt, die Mathematik ist jene Mystik, die man mehr äußerlich mit dem Körper erlebt, zum Beispiel die Geometrie mit den Orientierungen des Körpers nach vorne-hinten, rechtslinks, oben-unten. Man möchte sagen, die eigentliche Mystik ist eben seelische Mystik, und die Mathematik, Mathesis, ist körperliche Mystik. Man erlebt innerlich die eigentliche Mystik eben in dem, was man sehr häufig Mystik nennt, und man erlebt die Mathesis, die andere Mystik, indem man ein Innenerlebnis des Körperlichen hat, indem man dieses Innenerlebnis noch nicht verloren hat.

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