Proletarische Forderungen und Deren Künftige Praktische Verwirklichung

GA 329/1919-03-19/p037 ·1919-03-19 · original (original)
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Ich brauche nur auf einen Zweig unseres modernen Lebens hinzuweisen, da ist die Sache durchgeführt. Es ist derjenige Zweig, der dem modernen Menschen so ziemlich als der schofelste, als der allerunbedeutendste, unbeträchtlichste gelten muß, weil man ihn so behandelt im modernen Kapitalismus: das ist das geistige Leben. Was man geistig produziert, das hängt ganz gewiß mit der individuellen Fähigkeit zusammen; aber dreißig Jahre nach dem Tode geht es in die Allgemeinheit über, gehört einem nicht mehr. - Dieses schofelste, dieses unbedeutendste Gut, das wird heute so behandelt. Man sucht einen Weg, wodurch das, was der einzelne hervorbringt, übergeleitet wird in die Gesellschaft. Um diese Überleitung geht es. Es ist auch auf geistigem Gebiete durchaus gerecht. Denn das, was man auf Grundlage seiner individuellen Fähigkeiten hat, verdankt man trotzdem dem sozialen Organismus, und man muß dem sozialen Organismus das wieder zurückgeben, was man auf Grund seiner individuellen Fähigkeiten erlangt hat.

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