{"corpus":"steiner","locus":"GA 33/06_arthur_schopenhauer/p024","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Der Wille ist eine Einheit. Er ist in allen Wesen ein und derselbe. Der Mensch ist nur als Erscheinung ein Individuum, dem Sein nach nur der Ausdruck des allgemeinen Weltwillens. Der eine Mensch ist nicht in Wahrheit von dem andern geschieden. Was dieser leidet, muß jener auch als sein eigenes Leiden ansehen, er muß es mitleiden. Das Mitleid ist der Ausdruck dafür, daß niemand ein besonderes Leiden hat, sondern jeder das allgemeine Leid empfindet. Das Mitleid ist die Grundlage der Moral. Es vernichtet den Egoismus, der nur darauf ausgeht, das eigene Leiden zu mildern. Das Mitleid bewirkt eine Handlungsweise des Menschen, die auf Beseitigung fremden Leidens geht. Nicht auf Grundsätze, die die Vernunft sich gibt, baut sich die Moral auf, sondern auf das Mitleid, also auf ein Gefühl. Alle Vernunftmoral verwirft Schopenhauer. Ihre Grundsätze sind Abstraktionen, die zum moralischen, unegoistischen Handeln nur durch Verbindung mit einer realen Triebkraft führen: mit dem Mitleid.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Arthur Schopenhauer","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":152,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/33/06_arthur_schopenhauer/p024","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/33/06_arthur_schopenhauer/p024"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/33/06_arthur_schopenhauer/p024","paragraph_aligned":true}]}