{"corpus":"steiner","locus":"GA 33/06_arthur_schopenhauer/p025","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Die Erlösungs- und Mitleidslehre Schopenhauers sind hervorgegangen aus seiner Willenslehre unter dem Einflusse indischer Anschauungen: dem Brahmanismus und Buddhismus. Mit indischen Religionsvorstellungen beschäftigte sich Schopenhauer schon 1813 in Weimar unter der Leitung des Orientalisten Friedrich Majer. Er setzte diese Studien in Dresden fort. Er las das Werk «Oupnek’ hat», das ein persischer Fürst im Jahre 1640 aus dem Indischen ins Persische übersetzt hat und von dem 1801 bis 1802 eine lateinische Übersetzung von dem Franzosen Anquetil Duperron erschienen ist. Nach dem Brahmanismus sind alle Einzelwesen aus einem Urwesen hervorgegangen, zu dem sie im Verlauf des Weltprozesses wieder zurückkehren. Durch die Individualisierung sind die Übel und das Weltelend entstanden, das vernichtet sein wird, sobald das Sein der Einzelwesen aufgehört haben wird und nur das Urwesen noch existieren wird. Nach dem Buddhismus ist alles Sein mit Schmerz verknüpft. Dieser wäre auch dann nicht vernichtet, wenn es bloß ein einziges Urwesen gäbe. Nur die Vernichtung alles Seins durch Entsagung und Unterdrückung der Leidenschaften kann zur Erlösung, zum Nirwana, das heißt zur Vernichtung alles Daseins führen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Arthur Schopenhauer","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":172,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/33/06_arthur_schopenhauer/p025","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/33/06_arthur_schopenhauer/p025"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/33/06_arthur_schopenhauer/p025","paragraph_aligned":true}]}