Arthur Schopenhauer
Mit Ausnahme der Zeit vom Juli 1832 bis Juni 1833, in der Schopenhauer in Mannheim Erholung von einer Krankheit suchte, verbrachte er den Rest seines Lebens in Frankfurt in völliger Einsamkeit, von tiefem Groll erfüllt über sein Zeitalter, das für seine Schöpfungen so wenig Verständnis zeigte. Er lebte nur noch seiner Gedankenwelt und seiner Arbeit, in dem Bewußtsein, daß er nicht für seine Zeitgenossen, sondern für ein kommendes Geschlecht wirke. Im Jahre 1333 schrieb er in sein Manuskriptbuch: «Es dürfen meine Zeitgenossen nicht glauben, daß ich jetzt für sie arbeite: wir haben nichts miteinander zu thun; wir kennen einander nicht; wir gehen fremd aneinander vorüber. — Ich schreibe für die einzelnen, mir gleichen, die hie und da im Laufe der Zeit leben und denken, nur durch die zurückgelassenen Werke miteinander kommunizieren und dadurch einer der Trost des andern sind.»
Cite:
GA 33/06_arthur_schopenhauer/p030 · edition original