Die Kernpunkte der sozialen Frage in den Lebensnotwendigkeiten der Gegenwart und Zukunft
Man kann zurückblicken in die letzten Jahrzehnte, und wenn man ein Herz und einen Sinn gehabt hat für dasjenige, was als proletarische soziale Bewegung heraufgekommen ist, so wird man sich sagen: Da hat sich mancherlei im Laufe von mehr als einem halben Jahrhundert gezeigt an Hinweisen auf das, was die breite Masse des Proletariertums in ihrem Innersten als ihre Forderungen empfindet. Man hat schon sehen können, wenn man die Dinge verfolgt hat, wie sich, ich möchte sagen, von Jahrzehnt zu Jahrzehnt die proletarischen Forderungen in einer immer anderen Weise ausgesprochen haben. Man hat daraus, wenn man einen Sinn hatte für weltgeschichtliche Menschheitsbewegungen, sich sagen müssen: Im Grunde genommen ist all dasjenige, was bewußt gesprochen wird, was da als Theorie formuliert wird, was als Programm aufgestellt wird, gar nicht in Wirklichkeit dasjenige, um was es sich handelt. Um was es sich handelt, das wären — wenn ich das in der neueren Zeit oft gebrauchte Wort auch hier anwende — mehr oder weniger instinktive, unbewußte Impulse, welche in einem großen Teil der Menschheit lebten. Diese unbewußten Impulse, sie sprachen sich aus zum Beispiel in mancherlei Vorspielen zu den gegenwärtigen Ereignissen. Ich will nur einige Etappen erwähnen.
Cite:
GA 330/1919-04-28/p005 · edition original