{"corpus":"steiner","locus":"GA 330/1919-04-28/p009","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ich weiß sehr gut, daß ich mit dem, was ich in dem ersten Drittel meiner Ausführungen heute werde zu sagen haben, für manchen etwas Unbequemes, vielleicht sogar Unverständliches, ja Langweiliges sagen werde. Aber wer den Ernst gerade des ersten Gliedes der sozialen Frage, der geistigen sozialen Frage nicht einsieht, der wird nichts beitragen können zum Herauskommen aus dem Chaos und der Wirrnis der Gegenwart. Wir müssen uns unbedingt gestehen, daß das Geistesleben, welches heraufgebracht worden ist durch die Oberschichten der menschlichen Gesellschaft, daß dieses Geistesleben, so wie es gestaltet war, den Tatsachen nicht gewachsen war. Heute noch immer zeigt sich das Erbgut dieses Geisteslebens den Tatsachen erst recht nicht gewachsen. Sehen wir einmal hin, was eigentlich geschehen ist. Es ist oftmals und zwar mit Recht betont worden, daß die neuere proletarische Bewegung heraufgekommen ist innerhalb der Entwickelungsgeschichte der Menschheit durch die neuere Technik und durch die kapitalistische Wirtschaftsordnung. Gegen diese Betonung von wahren Tatsachen soll selbstverständlich nichts eingewendet werden. Allein so wahr, so richtig wie diese Tatsachen sind, eine andere Tatsache, die man gerne ableugnen möchte, sie ist ebenso wahr, sie ist ebenso richtig; und sie ist vor allen Dingen für dasjenige, was heute zu geschehen hat, eigentlich wichtiger als alles andere: Vor vielleicht drei bis vier Jahrhunderten beginnt, zugleich mit dem Heraufkommen der neueren Technik und des seelenverödenden Kapitalismus, der Prozeß desjenigen, was man nennen könnte die moderne, mehr wissenschaftlich orientierte Weltanschauung.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die Kernpunkte der sozialen Frage in den Lebensnotwendigkeiten der Gegenwart und Zukunft","site_heading":null,"date":"1919-04-28","location":null,"word_count":233,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/330/1919-04-28/p009","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/330/1919-04-28/p009"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/330/1919-04-28/p009","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}