Die Kernpunkte der sozialen Frage in den Lebensnotwendigkeiten der Gegenwart und Zukunft
Ich will Sie heute nicht mehr sehr lange aufhalten. Zuerst wird es meine Aufgabe sein, Ihnen herzlich zu danken für Ihr Vertrauen. Sie können mir glauben, es ist tatsächlich nicht irgendwie entsprechend einer persönlichen Sehnsucht, zu Rate gezogen zu werden in dieser ernsten Zeit. Sondern wenn ich Ihr Vertrauen als etwas außerordentlich Bedeutungsvolles ansehe, so ist es lediglich, weil ich mich gegenüberstellen muß dem Ernste der Zeit. Und würde ich nicht glauben, daß wir in dieser Zeit wahrhaftig nicht lange warten sollten, sondern rasch zu Taten kommen müssen, so würde ich Ihnen vielleicht selber empfehlen: Überlegen Sie sich das eine oder andere. Heute aber handelt es sich wirklich darum, heraus aus den Wirrnissen der Gegenwart den Weg zu raschen Taten zu finden. Ich bin jetzt gerade acht Tage hier in Stuttgart, und ich muß gestehen, nachdem ich über dieselben Ideen, von denen ich Ihnen heute abend gesprochen habe, längere Zeit hindurch in der Schweiz gesprochen habe, waren mir die Eindrücke dieser letzten Woche hier in dieser Beziehung ein meine Erwartung und Hoffnung doch besiegelndes Erlebnis, und zwar von einer ganz besonderen Seite her.
Cite:
GA 330/1919-04-28/p028 · edition original