Die Zukunft von Kapital und menschlicher Arbeitskraft

GA 330/1919-05-13/p010 ·1919-05-13 · original (original)
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Ich habe auf das aufmerksam machen wollen aus dem einfachen Grunde, weil heute, wenn über diese Dinge gesprochen wird, die Menschen so leicht glauben, daß dasjenige, was gesagt wird, gewissermaßen als ein Einfall über Nacht gekommen ist. Was mit dem dreigliedrigen sozialen Organismus gemeint ist, ist kein solcher Einfall. Es ist etwas, was aus dem Zusammenleben mit der sozialen Wirklichkeit entsprungen ist. Denn wenn man den Ausblick auf den Ihnen letzthin und vorletzthin charakterisierten dreigliedrigen sozialen Organismus hat, dann erst ergibt sich die Möglichkeit, die richtigen Lichter zu werfen auf solche Impulse in der neueren Menschheitsentwickelung und auf ihre Ausgestaltung in der Gegenwart und in die Zukunft hinein, die für Kapital und menschliche Arbeitskraft nötig sind. Unter den verwirrenden und ungerechten Kräften der neueren Zeit haben sich Ansichten herausgebildet, die eigentlich nicht immer nach dem richtigen Ziele hinweisen. Man kann zum Beispiel sagen, diejenigen, die nachgedacht haben, um der Menschheitsentwickelung zu helfen, sie haben die kuriosesten Gedanken geäußert über das, was sie sich eigentlich unter dem Kapital und seinen Wirkungen vorstellten. Es gibt einen Nationalökonomen Roscher, der rechnet den Staat zum Kapital; es gibt einen Nationalökonomen Thänen, der rechnet den Menschen zum Kapital, und ich könnte Ihnen eine lange Liste anführen, die Ihnen beweisen würde, wie die Menschen die wirtschaftliche Welt ansehen und sich die sonderbarsten Vorstellungen über dasjenige machen, was im Wirtschaftsleben tätig ist. Daher werden wir vielleicht über das, was eigentlich heute die Menschheit bewegt und zerwühlt, klarer als durch die Vorstellungen solcher Leute und vielleicht auch die Vorstellungen, die wir uns selber machen können, dadurch werden, daß wir hinweisen darauf, worin eigentlich die Grundimpulse des entfesselten Kampfes zwischen Kapital und menschlicher Arbeitskraft liegen. Da dürfen wir zunächst hinweisen, ich möchte sagen, auf den Glauben der einen Seite und auf den Glauben der anderen Seite. Denn im Grunde genommen stehen zwei wirtschaftliche Glaubensbekenntnisse einander gegenüber.

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