{"corpus":"steiner","locus":"GA 330/1919-05-13/p016","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Das so Reden, das so Gutsein, das wird aufhören müssen. Das Einrichten der menschlichen Gesellschaft in solcher Art, daß sie den Forderungen vom Gutsein wirklich entspricht, das ist es, was als ein Ruf jetzt wirksam durch die Welt geht. Was heraufgekommen ist unter dem neueren Kapitalismus, was sich immer mehr und mehr entwickelt hat, was heute gewissermaßen auf dem Höhepunkt seines Bewußtseins, nämlich seines Klassenbewußtseins angekommen ist, das ist die soziale Gruppe von Menschen, die vorläufig als soziale Gruppe im Grunde genommen nur aus der handarbeitenden Bevölkerung, aus dem Proletariat besteht. Was ist zu erfüllen mit Bezug auf diese soziale Gruppe? Nun, diese soziale Gruppe hat in einer gewissen Weise Selbsthilfe geübt, sie hat auch mancherlei für sich erzwungen, was sie abgerungen hat dem kapitalistisch geleiteten Staate, der rein kapitalistischen Wirtschaftsordnung und so weiter. Genossenschaften, Gewerkschaften sind zur Organisierung der sozialen Gruppe - es waren zunächst anarchische Arbeitermassen, nicht der Gesinnung nach, sondern der Gruppierung nach zunächst anarchisch — entstanden. Aber solange wir unter der alten Wirtschaftsordnung standen, haben es diese Organisierungsversuche zu keinem rechten Ziel bringen können. Trotz aller Lobhudelei des Arbeiterschutzes, des Arbeiterversicherungswesens, sogar des internationalen Arbeiterschutzes und so weiter sind alle diese Dinge nicht geeignet gewesen, die sozialen Gruppen, die als proletarische Bevölkerung leben, wirklich sachgemäß zu organisieren. Denn es blieb bei allen diesen Organisationsversuchen etwas zurück, es blieb zurück das gegenüberstehende Kapital und seine Vertreter. Und so bildete sich heraus, was da war, und was heute noch nicht anders ist, der Kampf zwischen der einen Gesellschaftsklasse, den Trägern des Kapitalismus, und der anderen Gesellschaftsklasse, dem Proletariat. Kampf, Konkurrenz, das ist es, was sich herausgebildet hat. Und wozu wir durch diesen Kampf, durch diese Konkurrenz gekommen sind, daß der gewerkschaftlich organisierte Arbeiter seine Lohnerhöhung oder sonst etwas den Vertretern des Kapitals durch die Zusammenschließung abringen muß, das haben wir ja gesehen. In dem, was heute das Proletariat fühlt, spricht sich deutlich aus, wie wenig die bisherige Organisation erfüllen konnte, was als Forderung innerhalb des Proletariats liegt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die Zukunft von Kapital und menschlicher Arbeitskraft","site_heading":null,"date":"1919-05-13","location":null,"word_count":329,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/330/1919-05-13/p016","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/330/1919-05-13/p016"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/330/1919-05-13/p016","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}