{"corpus":"steiner","locus":"GA 330/1919-05-13/p033","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Es ist ja gerade das eigentümliche, daß die Dreigliederung jeder Staat für sich durchführen kann, ganz gleichgültig, ob die anderen beim alten bleiben, und daß zum Beispiel durch jenes Spiel der Interessen, das ganz anders sein wird als das bisherige, wenn die wirtschaftlichen Interessen allein für sich als Wirtschaftsinteressen auch über die Grenzen hinüberwirken, daß dann diejenigen Konfliktstoffe beseitigt werden, welche zu den Kriegen geführt haben, die man technisch die Rohstoffkriege nennt. Der Hofrat nun, der diesen Einwand machte, hat mir gesagt: Ja, bisher war ein großer Teil der Kriege Rohstoffkriege, wenn Ihr System verwirklicht wird, dann gibt es ja keine Rohstoffkriege mehr, also widerspricht Ihr System der Wirklichkeit. — Ich mußte ihm sagen: Wenn Sie das zur Bestätigung gesagt hätten, verstände ich es; daß Sie es zur Widerlegung sagen, das ist eigentümlich. So muß ich sagen: Die einzige Hilfe gegenüber jener Stimmung, welche auf der Seite der Entente vorhanden ist, besteht darin, daß wir diese Stimmung, diese Mißgunst in drei Glieder zerfällen. Das ist dasjenige, was auf diesem Gebiete für die augenblickliche Außenpolitik diese Dreigliederung bringen würde. Ich würde dem Herrn Redner empfehlen, gerade von einem weiteren als dem Hofratsstandpunkte heraus die aus der Dreigliederung folgende Außenpolitik zu studieren, er würde sich dann ersparen können die gänzlich unnütze Definition, ob der dreigliedrige Organismus anarchistisch ist oder dergleichen. Er würde einsehen können, wie wahr dasjenige ist, was ich eben nur durch einen Vergleich aussprechen kann, ich habe es hier schon angedeutet, die Einheitsschwärmer, die gleichen eben Menschen, denen man sagen muß: Eine ländliche Familie besteht-aus Mann, Frau, Kindern, Knecht und Magd und drei Kühen, sie alle’brauchen Milch. Müssen sie deshalb alle Milch geben? Nein, es brauchen nur die drei Kühe Milch zu geben, dann werden alle Milch haben. So ist es notwendig, daß der gesamte Organismus in der richtigen Weise gegliedert wird; dann werden die Glieder auch in der richtigen Weise zur Einheit zusammenwirken, und das, was auf dem einen Boden entsteht, wird auch in der richtigen Weise auf die anderen Glieder wirken können.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die Zukunft von Kapital und menschlicher Arbeitskraft","site_heading":null,"date":"1919-05-13","location":null,"word_count":334,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/330/1919-05-13/p033","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/330/1919-05-13/p033"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/330/1919-05-13/p033","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}