Die Zukunft von Kapital und menschlicher Arbeitskraft

GA 330/1919-05-13/p036 ·1919-05-13 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Aber was da gesagt worden ist in bezug auf das Vertrauen und in bezug auf den Glauben an das Vertrauen — ja sehen Sie, dazu muß ich schon sagen, es handelt sich heute wahrhaftig nicht darum, das Verhältnis, das man kennengelernt hat aus den alten Zuständen heraus, zu kritisieren, sondern heute handelt es sich darum, neue Zustände zu begründen. Wenn mir heute einer und der zweite und der hundertste und der tausendste erzählen würde, er glaube nicht daran, daß Vertrauen da sei, sondern er hat in soundso vielen Fällen mit Mißtrauen kämpfen müssen, dann sage ich ihm: Besser wird nichts, wenn wir uns nicht bemühen, dieses Vertrauen herzustellen, denn wir müssen heute mit dem Vertrauen arbeiten. Alle anderen Fäden, mit denen man bisher die Massen herangezogen hat, die versagen. Die Fäden der Zukunft können nur die des Vertrauens sein. Würde Mißtrauen morgen und übermorgen noch Platz greifen können, so müßten wir eben auf das, was auf morgen und übermorgen folgt, warten, denn wenn Gutes kommen soll, kann es nur aus dem Vertrauen heraus kommen. Das Vertrauen, das ich meine und an dem wir arbeiten müssen, dieses Vertrauen wird aus den Seelen hervorgehen müssen. Dieses Vertrauen muß eben erzeugt werden, es ist sogar heute wichtiger als alles andere. Dann, wenn dieses Vertrauen erzeugt wird, das ich meine, dann gibt es das rechte Verhältnis zwischen den Handarbeitenden an den Produktionsmitteln und den geistig Arbeitenden. Dann macht dieses Vertrauen unmöglich, was der Redner als ein Schreckbild an die Wand gemalt hat.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/330/1919-05-13/p036.json
Cite: GA 330/1919-05-13/p036 · edition original