Die Aufgaben Derschulen und der Dreigliedrige Soziale Organismus

GA 330/1919-06-19/p034 ·1919-06-19 · original (original)
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Wir unterscheiden heute Volksschulen, Mittelschulen und Hochschulen. An den Hochschulen wird auch Pädagogik gelehrt. Dieser Pädagogik will man ja jetzt an den Hochschulen ein bißchen eine bessere Stellung geben, aber sie wird eigentlich immer als «Nebenfach» gelehrt. Bisher war es so: Irgendein Philosoph wurde berufen, Philosophie zu lesen, und dann wurde ihm im Nebenfach auch die Pädagogik übergeben. Das war ihm meistens auch eine Last, er tat es gar nicht gern. In der Zukunft muß es anders werden. Denn in der Zukunft muß alles, was Geistesleben ist, mit dem allgemeinen Menschenleben zusammenhängen. In der Zukunft wird, wenn ein solches Ideal wirklich erfüllt werden kann, wie ich es heute vor Ihnen gezeichnet habe, in der Zukunft wird der Lehrer durchaus Psychologe sein. Er wird den heranwachsenden Menschen aus seiner vertieften Menschenkenntnis heraus zu erziehen haben, dann wird er am besten wissen, was pädagogische Wahrheit ist. Dann wird der Lehrer, der sonst die Kinder unterrichtet, berufen werden an die Universität, um dort Pädagogik zu lehren. Und wenn er dies eine Zeit hindurch getan hat, wird er wieder zurückgehen zur Schule, wird wieder Kinder unterrichten, neue Erfahrungen sammeln und wird dann später wieder Pädagogik lehren. Das wird eine wirkliche «Gelehrtenrepublik» werden, wie sie schon Klopstock geträumt hat. Anders, als wenn wir die Dinge so gründlich und so tief nehmen, kommen wir gar nicht vorwärts. Die heutige Zeit ist dazu bestimmt, diese Dinge dem äußeren Leben mitzuteilen.

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