5. Die geistigen Kräfte in der Erziehungskunst und im Volksleben
Nun kann man mit einem solchen Denken Großartiges erkennen auf dem Gebiete der mineralischen Welt, der pflanzlichen Welt noch, weniger schon der tierischen Welt und — wie ich gestern schon angedeutet habe — gar nichts erkennen mit Bezug auf das wahre Wesen des Menschen. Und daß man neben diesem, ich möchte sagen, willensentblößten Denken kein anderes Denken ausgebildet hat, das hat seinen Grund in einer gewissen Weise in der Furcht vor alle dem, was in unser Denken hineinkommt, wenn der Mensch von sich aus, von seinem Willen, diesem Denken seine Struktur, seine Organisation gibt. Phantastik, Willkürlichkeit kann auf diesem Wege durch das menschliche Wollen in das Denken hineinkommen. Und immer wieder und wiederum wird darauf hingewiesen, wie phantastisch die Weltanschauungen gewisser Philosophen sich ausnehmen, die allerdings menschliches Wollen in ihr Denken hineingelegt haben, gegenüber den sicheren Ergebnissen, zu denen Naturforscher gekommen sind, die ganz allein sprechen ließen dasjenige, was die Natur ihnen selbst oder das Experiment sagte.
Cite:
GA 334/1920-03-18/p008 · edition original