{"corpus":"steiner","locus":"GA 334/1920-03-18/p010","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Leben wir nicht mitten in diesem Zustande? Findet nicht heute derjenige, der durch eine prüfungsreiche Lebenserfahrung gegangen ist und durch Jahrzehnte gerungen hat mit den Problemen, der genötigt ist, aus der heutigen Menschheitserziehung heraus diese Probleme in den gangbaren gebräuchlichen Formen der geisteswissenschaftlichen Begriffe darzustellen, findet er nicht überall die jüngsten Leute, die kommen und sagen mit ihrer anderthalb Jahrzehnte höchstens dauernden Erfahrung: Das ist mein Standpunkt, das denke ich, das setze ich entgegen den reichen Lebenserfahrungen. Und schließlich, abstrakt genommen, kann man diesen Lebensanfängern, die ebensogut logisch denken können wie die lebenserfahrenen Greise, man kann ihnen nicht einmal unrecht geben, denn dasjenige, was den Nerv ausmacht unseres gegenwärtigen wissenschaftlichen Erkennens, das ist im Grunde nicht gebunden an menschliche Entwickelungen, das ist etwas, was man erreicht, wohinein man sich findet, und was man schließlich, wenn man einen gewissen Grad von Erwachsenheit erreicht hat, eben erlangt. Und so kann man sagen: Dieses abstrakte Denken, dieser Intellektualismus, der es heute zu einem hohen Grade an Vollkommenheit gebracht hat, der gibt jedem etwas, was er eigentlich jedem anderen mitteilen möchte, aber was der andere schon von sich selber aus weiß. Man möchte sich mitteilen im sozialen Leben. Man kann sich nicht mitteilen, weil der andere nicht geneigt ist, die Mitteilung zu empfangen, sondern höchstens ihr seinen Standpunkt entgegenzustemmen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"5. Die geistigen Kräfte in der Erziehungskunst und im Volksleben","site_heading":null,"date":"1920-03-18","location":null,"word_count":215,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/334/1920-03-18/p010","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/334/1920-03-18/p010"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/334/1920-03-18/p010","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}