5. Die geistigen Kräfte in der Erziehungskunst und im Volksleben
Wenn irgend jemand ein großer Geistesforscher wäre in seinem vierzigsten Lebensjahre und er würde nicht fortpflegen immertort den lebendigen Umgang mit dem, was zu erkennen ist, er würde gegenüber dem seelisch-geistigen Inhalt so verhungern, wie jemand verhungern würde, der mit seinem vierzigsten Jahre zu essen aufhörte. Abstrakte Erkenntnis, wie sie die Naturwissenschaft groß gemacht hat, die kann zufrieden sein mit Erscheinungen. Die ist einmal abgeschlossen. Geist-Erkenntnis bringt den Menschen in lebendigen Zusammenhang mit seiner Umgebung, muß immerfort erneuert werden, wenn sie nicht absterben soll, wird im Leben ähnlich, wie auf einem niedrigeren Gebiete Essen und Trinken.
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GA 334/1920-03-18/p019 · edition original