{"corpus":"steiner","locus":"GA 334/1920-03-18/p023","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Alle Abstraktionen, alles dasjenige, was die Technik groß macht, das ist nicht fruchtbar da, wo es sich darum handelt, die Menschen zusammenzubringen. Wirkliche Erziehungskunst, sie wird ihre Quellen suchen müssen in der Geisteswissenschaft. Sie wird es nur können, wenn im Sinne der Dreigliederung des sozialen Organismus das geistige Leben befreit ist vom staatlichen, befreit ist vom wirtschaftlichen Leben. Eigentlich nur dadurch, daß das Württembergische Schulgesetz noch ein Loch hat, in das man hineinschlüpfen konnte, war es möglich, die Waldorfschule in dieses Loch hineinzubringen als eine freie Schule, in der wirklich verfahren werden kann nach pädagogisch-künstlerischen Prinzipien. Um die Geisteswissenschaft anzunehmen, braucht man nicht Geistesforscher zu werden. So wie man die moderne Astronomie oder die moderne Chemie annehmen kann und man nicht Astronom oder Chemiker zu werden braucht, wie man dazu nur den gesunden Menschenverstand nötig hat, so hat man auch nur den gesunden Menschenverstand nötig, wenn man sich nur nicht von Vorurteilen beeinflussen läßt, um dasjenige aufzunehmen, was der geisteswissenschaftliche Forscher aus den Tiefen der Seele an die Oberfläche fördert. Aber wenn man sich durchdringt mit dem, was aus willengetragenen Gedanken, aus gedankengetragenem Wollen heraus erkannt wird, dann bekommt man auch die nötige Lebensbegeisterung, die der heutigen schlafenden Menschheit fehlt und die kommen muß, wenn es besser werden soll.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"5. Die geistigen Kräfte in der Erziehungskunst und im Volksleben","site_heading":null,"date":"1920-03-18","location":null,"word_count":209,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/334/1920-03-18/p023","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/334/1920-03-18/p023"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/334/1920-03-18/p023","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}