10. Seelenwesen und sittlicher Menschenwert im Lichte der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)
Allerdings sind unter denjenigen, die sich so blamieren, Leute, deren Stimmen ganz gewichtig ins Feld zu stellen sind. Ich habe hier schon einmal bei früheren Vorträgen aufmerksam darauf gemacht, wie der geistvolle Kunstforscher Herman Grimm in seinem Goethe-Buch darauf hinweist, wie wenig dem ursprünglichen, elementaren Empfinden des Menschen entsprechen kann dieses Weltbild. Er sagt geradezu: Der Anblick eines Knochens, um den herum ein hungriger Hund seine Kreise zieht, sei appetitlicher als dieses Weltbild. Es werde einer zukünftigen Geschichtsschreibung der Menschheit einigermaßen schwer werden, den Zeitwahnsinn zu erklären, der zu dieser Kant-Laplaceschen Theorie geführt habe.
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GA 334/1920-05-05/p006 · edition original