{"corpus":"steiner","locus":"GA 334/1920-05-05/p041","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Von einem solchen Standpunkte aus ist das Christentum nicht zu retten. Einzig und allein dadurch wird dem Christentum wiederum der Boden geschaffen, daß durch Geisteswissenschaft die Möglichkeit erreicht wird, ins Geistige selber hineinzuschauen, so hineinzuschauen, daß dieses geistige Leben als Realität erkannt wird und nicht als illusionäre Blasen, denen man sich nur hingibt, weil man es im Kampfe ums Dasein braucht. Nein, nicht weil man das Geistige im Kampfe ums Dasein braucht, sondern weil es erzeugt wird mit einer Notwendigkeit aus unserer Welt, wie der Keim der neuen Pflanze aus der alten mit der Notwendigkeit erzeugt wird! Aber nur, wenn man einsieht, daß das Alte nicht der Konstanz der Energie, der Unzerstörbarkeit des Stoffes unterliegt, sondern daß abfällt alles Stoffliche wie die Pflanzenblätter abfallen, und daß das Geistige der Keim desjenigen ist, was da kommt, wie der Pflanzenkeim die neue Pflanze hervorbringt. Nur wenn man diese geistgetragene Notwendigkeit einsieht, kommt man zu den Quellen im cher Menschenwert erzeugt wird, wo wiederum sittlicher Menschenwertlebt. Dasjenige, was Leuten vom Schlage der Mathilde Reichardt, des Hellwaid und anderen als sittliche Ideale noch geblieben ist, ist das konventionsmäflige Festhalten an den ererbten Idealen. Hätten sich nicht solche Ideale vererbt aus den Anschauungen, die uns aus dem 19. in das 20. Jahrhundert hereingekommen sind, wären sie niemals zu gewinnen! Fruchtbarer Boden für sittliche Ideale wird allein wiederum dasjenige sein, was durch die Geisteswissenschaft als solcher Boden geliefert wird.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"10. Seelenwesen und sittlicher Menschenwert im Lichte der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)","site_heading":null,"date":"1920-05-05","location":null,"word_count":233,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/334/1920-05-05/p041","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/334/1920-05-05/p041"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/334/1920-05-05/p041","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}