7. Fragen der Seele und Fragen des Lebens Eine Gegenwartsrede

GA 335/1920-06-15/p027 ·1920-06-15 · original (original)
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Und niemals habe ich einen Hehl daraus gemacht, indem ich die «Philosophie der Freiheit» und dann die darauf gebaute anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft vertrat, niemals habe ich einen Hehl daraus gemacht, daß es mir nicht ankam auf diesen oder jenen Inhalt, auf diese oder jene Einzelheit. Ich habe immer mit einer gewissen Ironie von denjenigen gesprochen, denen es die Hauptsache ist zu hören: Aus wieviel Gliedern besteht die menschliche Natur? Was ist in dem oder jenem Bezirk der geistigen Welt zu finden? — Immer habe ich mit einer gewissen Ironie über ein solches Streben gesprochen, dagegen kam es mir immer darauf an, die Frage zu beantworten: Was wird aus dem ganzen Menschen, aus der menschlichen Haltung, seelisch, leiblich und geistig, wenn dieser Mensch sich bemüht, nicht so zu denken, wie es ihm die bloße Naturwissenschaft heute gibt, nicht so zu wollen, wie es die Organisationen ihm einimpfen, sondern so, wie es im Sinne der «Philosophie der Freiheit» und der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft ist? — Darauf machte ich immer aufmerksam, daß das Denken, das einfach durch die Aufnahme dieser Geisteswissenschaft erzeugt wird, beweglich wird, daß es das Interesse weit öffnet für die Angelegenheiten der Gegenwart, daß es einen freien und unbefangenen Blick gibt für dasjenige, was notwendig ist, und für dasjenige, was zurückhält unser Vorwärtsschreiten in der Menschheitsentwicklung.

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