7. Fragen der Seele und Fragen des Lebens Eine Gegenwartsrede

GA 335/1920-06-15/p035 ·1920-06-15 · original (original)
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Solchen Dingen gegenüber steht nun allerdings die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft. Sie hält ihren Blick gerichtet auf dasjenige, was vom Menschen in der geistigen Welt wurzelt. Gerade das wird an ihr selbstverständlich am meisten angegriffen, daß sie geltend macht, der Mensch könne, wenn er nur die in ihm vorhandenen Kräfte der Seele ausbildet, zum Anschauen einer geistigen Welt kommen. Das wird heute schroff fast von allen Seiten zurückgewiesen als Schwärmerei, trotzdem man leicht verfolgen könnte, daß diejenigen Wege nach der geistigen Welt hin — die ich versuchte zu eröffnen in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und in meinem Versuch zu Meditationen über die Selbsterkenntnis und so weiter -, daß diese Wege ebenso sichere sind wie diejenigen, die in die Felder der Mathematik mit absolut klarem, scharfumrissenen Denken hineinführen. Nur wird bei diesem Geistesforschen nicht bloß gedacht, sondern auch andere, realere Kräfte der Seele als bei der Mathematik kommen bei diesem Forschen in Betracht.

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