{"corpus":"steiner","locus":"GA 335/1920-06-15/p048","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"> Man kann so auch nur auf dem Gebiete der Theosophie unbeschadet vorgehen. Denn hier wird man nicht nachgeprüft, wenn man das Widersinnigste behauptet. Anthroposophie, Theosophie, Spiritismus gilt vielen gleich viel, und nach dem Sprichwort, daß in der Nacht alle Kühe grau sind, kann man ungestraft alles zusammenführen und abfällige Kritiken verfertigen. - Würde auf irgendeinem anderen wissenschaftlichen Gebiete in so leichtsinniger Weise, ohne genügende Kenntnis des kritisierten Gebietes, eine Kritik verfaßt, würde nur in einem Fall, statt in vielen Stellen so entstellend, so sinnlos der Gedankengang eines Schriftstellers wiedergegeben, in dieser Weise vorliegende Literatur übergangen und Meinungen verschiedener Schriftsteller vermischt, so würde in wissenschaftlichen Kreisen der so sich Vergehende zur Rechenschaft gezogen werden, sein Ansehen, ja vielleicht seine Stelle verlieren. Wer seinen Lesern den Inhalt des in dem Buche «Die Geheimwissenschaft im Umriß» über die Wesensglieder des Menschen Gesagten mit den Worten wiedergibt: «Der physische Leib stirbt, der Ätherleib schläft, der Astralleib vergißt, das Ich (die Empfindungsseele) ist die Erinnerung», der ist entweder außerstande, einen fremden Gedankengang wiederzugeben, oder er tut es, um böswillig zu entstellen. Gleichwie, er ist als Kritiker gerichtet. Für das heutige Bildungswesen ist es ein Armutszeugnis, daß ein Universitätsprofessor ungehindert ein solches Machwerk in die Welt setzt. Was von dem Christentum eines Theologieprofessors zu halten ist, der solche Kritiken schreibt, überlasse ich denen zu beurteilen, die [in] sich noch etwas Empörung über solch leichtfertig gewissenloses Verfahren aufbringen können.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"7. Fragen der Seele und Fragen des Lebens Eine Gegenwartsrede","site_heading":null,"date":"1920-06-15","location":null,"word_count":233,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/335/1920-06-15/p048","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/335/1920-06-15/p048"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/335/1920-06-15/p048","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}