4. Die vom Leben Geforderten Wirklichkeitsgemässen Lösungsversuche für die Sozialen Fragen und Notwendigkeiten Aufgrund Geisteswissenschaftlicher Lebensauffassung
Das ist dasjenige, dessen Aufhebung das moderne Proletariat aus dem Gefühl der Menschenwürde heraus unbedingt erstrebt. Vielleicht wird kaum da oder dort einer sein, der nun im vollen Bewusstsein die richtigen Gründe für diese Forderung anzugeben weiß; aber im Unterbewussten, in den Tiefen der menschlichen Seelen, in [den Tiefen] der Proletarierseelen, da lebt das, um was es sich handelt. Da lebt ein Gefühl davon: Alles, was auf den Warenmarkt kommt, das läuft darauf hinaus, in der zweckmäßigsten Weise verbraucht zu werden. Der Mensch aber muss sich sträuben, unbedingt dagegen sträuben, dass auf dem Arbeitswarenmarkt seine Arbeitskraft in der zweckmäßigsten Weise einfach verbraucht wird. Er fühlt diesem gegenüber, dass er einen Wert in sich selber hat, dass er etwas zu bewahren hat in sich, dass er etwas in sich trägt, was auch liegt in seiner Arbeitskraft, was nicht auf den Warenmarkt gebracht werden darf, was nicht so behandelt werden darf im sozialen Organismus wie eine Ware. Weil in dem dreigliedrigen sozialen Organismus alles zuletzt darauf hinausläuft, in der zweckmäßigsten Weise verbraucht zu werden, schreit in die Welt hinaus das moderne Proletariat: Ich will aber nicht, dass zum bloßen Verbrauch für andere meine Arbeitskraft werden soll.
Cite:
GA 336/1919-02-14/p032 · edition original