4. Die vom Leben geforderten wirklichkeitsgemässen Lösungsversuche für die sozialen Fragen und Notwendigkeiten aufgrund geisteswissenschaftlicher Lebensauffassung

GA 336/1919-02-14/p069 ·1919-02-14 · original (original)
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Allerdings, derjenige, der es ernst meint mit dem, was in der Wirklichkeit pulst, der musste dazumal anders reden zu den Menschen. Vor dieser kriegerischen Katastrophe musste ich wiederholt andeuten dasjenige, was ich, wiederum vor dieser kriegerischen Katastrophe, wie die anderen, wie die Staatsmänner noch gesagt haben: Der Friede ist gesichert, wir leben in einer der besten der Welten nunmehr -, da wurde von mir in Wien gesagt: Diese Tendenz - nämlich die Tendenz, die im gegenwärtigen sozialen Leben liegt - wird immer größer und größer werden, bis sie sich in sich selber vernichten wird. Da schaut derjenige, der das soziale Leben geistig durchblickt, überall, wie furchtbar überall die sozialen Geschwürbildungen aufsprossen. Das ist die große Kulturfrage, die auftritt für denjenigen, der das Dasein durchschaut; das ist das Furchtbare, was so bedrückend wirkt, und was selbst dann, wenn man allen Enthusiasmus sonst für die Geisteswissenschaft unterdrücken könnte, wenn man unterdrücken könnte, was sonst den Mund für die Geisteswissenschaft öffnet, was einen dann doch dazu bringen könnte, das Heilmittel der Welt gleichsam entgegenzuschreien für das, was so stark schon im Anzug ist, und was stärker und stärker werden wird, wenn der soziale Organismus so sich weiterentwickelt, wie das bisher geschehen ist. So entstehen Schäden der Kultur, die für diesen, für den sozialen Organismus anzuschauen sind, wie die Krebsbildungen für den menschlichen natürlichen Organismus sind.

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