4. Die vom Leben Geforderten Wirklichkeitsgemässen Lösungsversuche für die Sozialen Fragen und Notwendigkeiten Aufgrund Geisteswissenschaftlicher Lebensauffassung

GA 336/1919-02-14/p080 ·1919-02-14 · original (original)
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Nicht etwa aus Unbescheidenheit, und nicht um etwas für denjenigen zu charakterisieren, der in der hier vertretenen Lehre schon drinnensteht, sondern um diejenigen zu charakterisieren, die kommen möchten, um gegenüber dem sozialen Aperçu, das ich vorgetragen habe, etwa so zu sprechen vom Standpunkt ihrer Gescheitheit herunter, wie einer gesprochen hätte, der gesagt hätte: Dummer Junge, rasch weg mit demjenigen, was du da machst, was treibst du da für Unsinn? Lass das bleiben! - Nur denen möchte ich das sagen, was mir da einfällt mit Bezug auf den kleinen arbeitenden Jungen, wie ich es Ihnen gesagt habe. Denn einsehen werden die Menschen ja doch bald müssen, diejenigen, die es nicht mit dem Verstande können, werden es einsehen müssen mit dem Leben und mit der Empfindung -, einsehen werden sie müssen, dass sie heranzutreten haben wirklichkeitsgemäß an die Wirklichkeit der sozialen Frage. Sie ist da; sie ist, während sie lange Jahrzehnte an die Pforte des Menschenlebens geklopft hat, zur Türe hereingekommen. Sie wird sich nicht wiederum durch irgendjemanden herauswerfen lassen. Das Hinauswerfenwollen wird die schlechteste Politik sein. Aber es wird auch schlimm sein, wenn man nicht zur rechten Zeit hört auf dasjenige, was notwendig gerade über die soziale Frage gesprochen werden muss. Denn dann könnte es sein, dass eine Verständigung von Mensch zu Mensch, überhaupt über die Klassen hin, nicht mehr möglich ist, weil die Instinkte zu stark entfesselt worden sind. Man schaue hin auf die Feuerzeichen, die heute am Horizont der Welt aufsteigen, und man wird empfinden: Man muss sich mit dem hier Behandelten beschäftigen, sonst könnte es eben durch die Entfesselung der menschlichen Instinkte, die nicht mehr beruhigt werden könnten - vielleicht in Jahrzehnten nicht -, sonst könnte es wohl zu spät werden!

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