Die Übersinnliche Wesenheit des Menschen und die Entwicklung der Menschheit
So verläuft dasjenige, was der Geistesforscher in sich wirklich durchzumachen hat. Denn er muss anders stehen zu der äußeren Natur und zu sich selbst als der gewöhnliche Forscher. Ich möchte nicht missverstanden werden, meine sehr verehrten Anwesenden, deshalb sage ich von vorneherein: Derjenige, der ein Geistesforscher in dem hier gemeinten Sinne geworden ist, der verachtet nicht die zu so großen Triumphen gekommene Naturwissenschaft der Gegenwart. Er sieht es vielmehr als die Grundbedingung seiner Geistesforschung an, dass er zuerst sich bekannt gemacht hat mit den großen, gewaltigen Ergebnissen der Naturwissenschaft der letzten Jahrhunderte. Und er anerkennt vollständig diese Naturwissenschaft. Denn nur dadurch weiß er, wie man hinaussehen muss über diese Naturwissenschaft, um in den Geist, dem auch die Menschenwesenheit angehört, einzudringen.
Cite:
GA 336/1919-07-26/p013 · edition original