Die Übersinnliche Wesenheit des Menschen und die Entwicklung der Menschheit
Dann kommt man zu einer inneren Entdeckung, zu einer inneren Erfahrung, die ich nun schildern möchte als das zweite erschütternde Ereignis auf dem Wege in die übersinnlichen Welten hinein: Man erfährt innerlich, dass das gewöhnliche Denken von uns gar nicht unterschieden werden kann von der äußeren leiblichen Tätigkeit; dass aber dasjenige Denken, das man so durch die eigene Kraft entwickelt, dass das so verläuft, dass man es an ihm erlebt: Es hat nichts zu tun mit irgendeiner äußeren leiblichen Tätigkeit; es hat nichts zu tun mit irgendeiner Nerven- oder sonstigen Tätigkeit. Indem man so denkt, wie ich es jetzt geschildert habe, weiß man: Du bewegst dich in einem rein geistigen Element mit deinem Denken, und du hast dein Leibliches neben dir; du bist wirklich aus deinem Leibe herausgetreten. Und jetzt merkt man, dass dieses Menschenwesen, wenn es so sein Denken verrichtet, wenn es seine innere Seelentätigkeit vollzieht, wie das oftmals aus den alltäglichen Illusionen der Menschen heraus beschrieben wird. Die Menschen glauben auch aus der heutigen landläufigen Wissenschaft heraus vielfach, indem sie sich materialistischen Ideen hingeben: Wir haben in uns das Nervensystem zum wunderbaren Gehirn ausgebildet; in diesem Gehirn sieht man, wie in der menschlichen Entwicklung die Forschung weiterschreitet; mit jeder Stufe des Denkens entwickelt sich das Gehirn weiter. Und da sagen dann die Menschen: Also entsteht durch die Tätigkeit des Gehirns, durch die Tätigkeit des Nervensystems das Denken, das Vorstellen. Und im Grunde genommen können die Menschen, die nichts wissen von dem, was ich Ihnen jetzt eben geschildert habe, von dem selbstständigen leibfreien Denken, diese Menschen können gar nicht anders, wenn sie irgendwie chrlich sind, als das Illusorische über den Leib denken.
Cite:
GA 336/1919-07-26/p024 · edition original