Die Übersinnliche Wesenheit des Menschen und die Entwicklung der Menschheit

GA 336/1919-07-26/p034 ·1919-07-26 · original (original)
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Lernt man aber das in sich erleben, was erst die so entwickelte Willenskraft ist, dann schaut man nach einer anderen Richtung in die übersinnliche Welt hinein. Dann macht man zunächst die Erfahrung: Du verhältst dich zu den Menschen, denen du sozial nahe trittst, so oder so; du tust ihnen Liebes oder tust ihnen wenig Liebes; du tust ihnen Zweckvolles oder Unzweckvolles; du handelst ihnen gegenüber so, dass sie die Folgen deiner Handlung erfahren. Indem man die Willenskräfte so entwickelt hat, wie ich es jetzt gesagt habe, lernt man erkennen, dass man dasjenige, was da lebt, erlebt durch den Astralleib, durch das eigentliche Geistig-Seelische. Der Ausdruck «Leib» ist eben nur ein Ausdruck. Was wir da entwickeln, das trägt unsere übersinnliche Wesenheit durch die Pforte des Todes hindurch; und wir werden die Fortsetzung nach dem Tode in der geistigen Welt erleben von dem, was wir an Verhältnissen zu den Menschen hier in der physischen Welt in der eben geschilderten Weise entwickelt haben. Das heißt, es tritt auf in der Geistesschau das unmittelbare Hineinblicken in die Welt, die wir durchleben, wenn wir durch die Pforte des Todes gegangen sind. Dasjenige, was den Menschen verbindet mit der geistigen Welt, es wird anschaulich, wenn er seine Seelenkräfte so entwickelt, wie ich es geschildert habe. Dann aber, meine sehr verehrten Anwesenden, treten diese beiden Kräfte zusammen. Diejenige Kraft, die sich aus dem Denken, aus dem lebendigen Denken entwickelt, und diejenige Kraft, die sich aus dem Willen entwickelt, sie gehen gleichsam eine innerliche Ehe ein. Und dann, dann wird etwas Neues für den Menschen die Betrachtung seiner eigenen Entwicklung; dann wird etwas ganz Neues dasjenige, was wir die Geschichte der Menschheit nennen. Oh, über diese Geschichte der Menschheit weiß das gewöhnliche, äußere Erkennen wenig, nur die äußeren Tatsachen. Mehr wie eine fable convenue ist es aber eigentlich nicht, was man heute die Geschichte nennt. Was in der Geschichte lebt, was aus der Geschichte heraus die Menschheit vorwärtsbringt, das lernt man erst in seiner Wahrheit kennen, mit denjenigen Kräften, die ich Ihnen eben geschildert habe. Da lernt man erkennen, wie Geistiges waltet im geschichtlichen Werdegang der Menschheit.

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