Die Übersinnliche Wesenheit des Menschen und die Entwicklung der Menschheit
Was hat die Menschheit die ihre seelischen und leiblichen Kräfte so, wie ich es geschildert habe, ausgebildet hat vom achten vorchristlichen bis zum fünfzehnten nachchristlichen Jahrhundert, was hat diese Menschheit, die auch leiblich-physisch entwicklungsfähig geblieben ist, bis in die 30er Jahre herein, was hat diese Menschheit empfunden gegenüber dem, was geheimnisvoll sich bei dem Mysterium von Golgatha abgespielt hat? Diese Menschheit hat mit jenen Seelenkräften, die aus dem instinktiven Verstand, aus dem instinktiven Gemüt herauskommen, die aus einem Leibe herauskommen, der so, wie der unsrige nur bis zum Ende der 20er Jahre entwicklungsfähig ist, bis in die 30er Jahre hinein entwicklungsfähig war, diese Menschheit des griechisch-lateinischen Zeitalters, sie konnte hinschauen auf das Mysterium von Golgatha, und sie empfand in dem Ereignisse von Golgatha ein übersinnliches Ereignis, das hereinbrach in die menschheitliche Erdenentwicklung. Man verstand dazumal instinktiv, dass nicht nur gelebt hat irgendein Mensch in Nazareth oder in Palästina überhaupt, sondern dass in diesem Menschen Jesus von Nazareth eine übersinnliche Wesenheit gelebt hat, auf die nicht hinschauen konnten, weil sie noch nicht mit der Erde verbunden waren, die Menschen vor der Entwicklung des Christentums. Durch das Ereignis von Golgatha trat ein Geistiges, das vorher nicht mit der menschheitlichen Erdenentwicklung verbunden war, durch den Leib des Jesus von Nazareth in diese menschliche Erdenentwicklung ein. Das hat die Menschheit, die entwicklungsfähig war bis in die Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts so, wie ich es geschildert habe, instinktiv verstanden.
Cite:
GA 336/1919-07-26/p040 · edition original