Die Übersinnliche Wesenheit des Menschen und die Entwicklung der Menschheit

GA 336/1919-07-26/p045 ·1919-07-26 · original (original)
Record: mixed sources. This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage. Evidence: «aufgezeigt anhand von bislang unveröffentlichten Vorträgen, Notizen und Dokumenten» (shown by means of previously unpublished lectures, notes and documents). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

Will die Menschheit den Weg nur nach links gehen, dann wird sie dasjenige weiter fortsetzen, was eine Zeit lang über die Menschheit kommen musste, damit der Mensch seine freie Persönlichkeit ausbilden konnte. Von einem anderen Gesichtspunkte aus habe ich das schon im Beginn der Neunzigerjahre in meinem Buche «Die Philosophie der Freiheit» geschildert. Um zur Freiheit zu gelangen, musste der Mensch ausbilden, was in das neuere Zeitalter ihn so hineinführte, dass er seinen Geist mechanisiert hat. Er übersieht nur dasjenige, was maschinenmäßig ist in der äußeren Welt, und begreift es. Bleibt er dabei stehen, dann kann er seine Seele nicht zu dem erwecken, was ich heute geschildert habe als erweckbar aus der intellektuellen und willentlichen Bescheidenheit heraus; dann tritt zu der Mechanisierung des Geistes die Vegetarisierung der Seele, die Schläfrigkeit der Seele. Dann aber tritt zu der Schläfrigkeit der Seele, weil der Leib unedel wird, wenn er nicht von der geistdurchleuchteten Seele durchglüht wird, dann tritt für den Leib ein die Animalisierung. Dann treten die sozialen Forderungen aus den animalischen Trieben heraus auf. Das zeigt sich in der Gegenwart. Wir haben ein mechanisiertes Geistesleben. Wir haben aber auch mit Bezug auf die übersinnliche Menschenwesenheit die schläfrige, pflanzenartige Seele, die vegetative Seele. Und wir haben dasjenige, was im Osten Europas gerade auf der groß angelegten russischen Volksseele, wie diese Volksseele tötend, heute auftritt; auftritt wie ein Neues an sozialen Forderungen, was aber nichts anderes ist als das Sprechen des animalisierten Menschen. Das ist das Dritte.

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