1. Luzifer

GA 34/01_lucifer/p022 · original (original)

Und näher als jeglicher Gegenstand der Natur liegt dem Menschen, was hier zur Sprache kommt: Der Menschengeist. Wovon zu jedem hier gesprochen wird, ist ja nichts anderes als er selbst. Er selbst, der sich scheinbar so nahe steht, und den die wenigsten doch kennen, ja, den kennen zu lernen viele so wenig Bedürfnis haben. Für diejenigen, welche das Licht des Geistes suchen, soll Luzifer ein Bote sein. Er will nicht sprechen von einem Glauben, welcher der Erkenntnis fremd ist. Er wird sich nicht in die Herzen schmeicheln, um den Torhüter der Wissenschaft zu umgehen. Er wird jegliche Achtung diesem Torhüter entgegenbringen. Er wird nicht Frömmigkeit, nicht Gottseligkeit predige n, sondern er wird die Wege zeigen, die das Wissen gehen muß, wenn es sich aus sich selbst in religiöse Empfindung, in andächtiges Versenken in den Weltengeist wandeln will. Luzifer weiß, daß die leuchtende Sonne nur im Herzen eines jeden einzelnen aufgehen kann; aber er weiß auch, daß allein die Pfade der Erkenntnis es sind, die den Berg hinaufführen, wo die Sonne ihr göttliches Strahlenkleid erscheinen läßt. Luzifer soll kein Teufel sein, der den strebenden Faust zur Hölle führt; er soll ein Erwecker derer sein, die an die Weisheit der Welt glauben und sie in das Gold

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