2. Einweihung und Mysterien
Nicht minder stark weist Annie Besant auf diese Eigentümlichkeit der neueren Geistes-Kultur hin. « Jedem, der die letzten vierzig Jahre des vergangenen Jahrhunderts studiert hat, ist es klar, daß eine Menge denkender und moralischer Leute der Kirche den Rücken gekehrt haben, weil die Lehren, die sie erhielten, ihre Intelligenz beleidigten und ihr Gefühl empörten. Vergebens behauptet man, daß der weitverbreitete Agnostizismus dieser Zeit seinen Grund in dem Mangel an Moral, oder in bewußtem Mangel an Logik des Verstandes hätte. Jeder, der sorgfältig die erwähnten Erscheinungen prüft, wird zugeben, daß Menschen von scharfem Verstande aus dem Christentum hinausgetrieben worden sind.» («Esoterisches Christentum », Seite 27.) Die Frage, was in dieser Richtung zu geschehen hat, beantwortet Annie Besant von dem Gesichtspunkte aus, daß auch die Wurzel des Christentums in einer verborgenen Weisheit ruht, und daß der Glaub e, um zu bestehen, sich zu dieser Wurzel wieder durchringen muß. Wenn das Christentum « weiter leben soll, so muß es das Wissen, welches es verloren hat, wieder erwerben ...; es muß wieder als ein mit Autorität ausgestatteter Lehrer der geistigen Wahrheiten auftreten, mit jener Autorität, die allein etwas wert ist, mit der Autorität des Wissens ... Dann wird das verborgene Christentum wieder in das Adytum hinabsteigen, hinter den Schleier, der das «Allerheiligste» behütet, in welches nur der Eingeweihte eintreten darf.» («Esoterisches Christentum », Seite 29.)
Cite:
GA 34/02_initiation_and_mysteries/p026 · edition original