2. Einweihung und Mysterien

GA 34/02_initiation_and_mysteries/p031 · original (original)

Wessen Kräfte nicht gestählt sind, wenn er die «Schwelle» betritt, der empfindet nicht die Wirklichkeit der ewigen, geistigen Gewalten, die ihm da entgegentreten. Statt sich zu verbinden mit einer höheren Welt, fällt er in die niedere zurück. Dieser Gefahr ist ausgesetzt, wer nach den Quellen der Weisheit sucht. Erliegt hier der Mensch, dann hat er den Ewigkeitskeim in sich vorläufig ertötet. Dieser Keim schlummerte vorher in ihm. Aber auch als schlummernder war er dasjenige, was die vergängliche, niedere Natur adelte und verklärte. Naiv, unbewußt lebte der Mensch mit seiner Anlage zur höheren Geistigkeit. Durch den mißglückten Einweihungsversuch ist die schlummernde Anlage erstorben. Nichts ist dem Menschen geblieben als der Trieb, in dem Vergänglichen zu leben, dem Reiche dieser Welt allein zu leben. Weil er das Göttlich-Geistige als Illusion empfunden hat, vergöttert er das Sinnlich-Stoffliche. So kann an der «Schwelle» dem Menschen sein Wertvollstes, sein unsterblicher Teil verloren gehen. Dies ist die Gefahr, die analog der Blendung des Auges in obigem Bilde ist.

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