{"corpus":"steiner","locus":"GA 34/12_theosophy_morality_and_health/p007","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Moralische und physische Übel entspringen dem Irrtume: und wer sich zur Wahrheit und Weisheit hinaufarbeitet, der fördert das moralisch Gute und auch die physische Gesundheit der Welt. Darinnen liegt das Richtige der Behauptungen von geistiger Heilung. — Und es handelt sich darum, einzusehen, daß der Mensch das Gute und das Gesunde fördert, wenn er die göttliche Weisheit, aus welcher die Harmonie des Weltalls entsprungen ist, auch in seine Seele einfließen läßt. «Theo-Sophia» ist «göttliche Weisheit». Was sie verkündet, sollen eben die großen, die göttlichen Gedanken sein, nach denen der Urgeist die Welt lenkt, nach denen sich das Leben bildet und der Mensch entwickelt. Es sind die Gesetze vom Leben der Seele in dem Leibe, von deren Schicksal in der Welt. Mit diesen großen Wahrheiten in Einklang leben bedingt Güte und Gesundheit; ihnen widerstreben hat das Böse und die Krankheit zur Folge. Je mehr man in sie eindringt, sich ganz von ihnen durchdringt, desto mehr werden sie zu wirksamen Kräften in der Seele. — Versteht man die Theosophie recht, so meint man dieses, wenn man sagt, auf das bloße Wissen, auf die theoretische Erkenntnis komme es nicht an, sondern auf das Leben. Wer aber behaupten wollte, daß er sich deshalb überhaupt um die Lehren der Weisheit nicht zu kümmern brauche, der würde gerade die Wirksamkeit der Vorstellung, des Gedankens leugnen, das heißt dessen, was das Leben des Geistes und der Seele ausmacht. Soll eine Kraft wirksam werden, so muß sie erst vorhanden sein. Sollen die göttlichen Gedanken, die in den Tiefen des Weltdaseins die schaffenden Kräfte sind, auch in der Menschenseele die sittlichenden und gesundenden Mächte werden, so müssen sie erst ihren Einzug halten in diese Seele. Nicht um eine bloße Wißbegierde zu befriedigen, verbreitet die theosophische Geistestichtung gewisse Lehren, sondern weil sie damit den wahren sittlichen Menschheitsfortschritt, und nicht minder die wahre Gesundheit des Lebens herbeiführen will.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"12. Theosophie, Sittlichkeit und Gesundheit","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":307,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/34/12_theosophy_morality_and_health/p007","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/34/12_theosophy_morality_and_health/p007"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/34/12_theosophy_morality_and_health/p007","paragraph_aligned":true}]}