{"corpus":"steiner","locus":"GA 34/12_theosophy_morality_and_health/p008","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Die allgemeine Verbrüderung der Menschheit wird aus einem idealen Ziele zu einem umfassenden, schaffenden Gefühle, zu einer Fortschritt, Eintracht und Verständnis stiftenden Kraft werden, wenn die echte 'Theosophie ihr die Bahnen vorzeichnet. Gewiß kann jemand einwenden: aber wer bürgt denn dafür, daß in der Theosophie wirklich die heilende Wahrheit enthalten sei; haben denn nicht alle möglichen Geistestichtungen die besten Wirkungen von sich versptochen? Antwort darauf kann nur geben, wer sich mit dem theosophischen Streben bekannt. gemacht hat. Er wird dann finden, wie diese Geistesart gerade dadurch den Weg zur Wahrheit sucht, daß sie keiner einseitigen Meinung huldigt, oder eine solche jemandem aufdrängen will. Sie kann die wahre Toleranz jeder solchen Meinung gegenüber haben, ohne dadurch in Gleichgültigkeit zu verfallen. Denn echtes eigenes Wahrheitsstreben lehrt ein gleiches auch im anderen unbedingt schätzen. Keine Meinung ist so falsch, daß bei wahrer Redlichkeit aus ihr heraus sich nicht die Wahrheit finden ließe. Und wer einer fremden Meinung gegenübertritt, der kann in dieser entweder das suchen, was sie von der seinigen unterscheidet, oder aber dasjenige, worinnen sie, wenn auch entfernt, doch der seinigen ähnlich ist. Wer das erstere sucht, wird zur inneren Trennung von Mensch und Mensch, wer aber nach dem letzteren bestrebt ist, der wird zur Einigung beitragen. Echte Theosophie sucht selbst im ärgsten Irrtume das sicher vorhandene Körnchen Wahrheit, ohne auf der unbedingten Richtigkeit der eigenen Meinung zu bestehen. Und so wird im Zusammenwirken der Meinungen die Wahrheit im allmählichen Fortschritte sicher zutage gefördert. Daraus aber entsteht eine innere Brüderlichkeit, eine solche der Gedanken, von der alle äußere das Abbild sein muß.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"12. Theosophie, Sittlichkeit und Gesundheit","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":260,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/34/12_theosophy_morality_and_health/p008","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/34/12_theosophy_morality_and_health/p008"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/34/12_theosophy_morality_and_health/p008","paragraph_aligned":true}]}