12. Theosophie, Sittlichkeit und Gesundheit
Aber, so wird eingewendet, ist denn alles das bei den Theosophen wirklich zu finden? Zweifellos nicht. Nicht aber darum kann es sich handeln: ob dieser oder jener, der sich Theosoph nennt, ein Ideal erfüllt, sondern einzig und allein darum, ob die Sache selbst geeignet ist, dieses Ideal zu fördern. Um aber darüber zu entscheiden, muß man sich mit dieser Sache selbst, und nicht bloß mit dem, was von ihr da oder dort zutage tritt, bekannt machen. Man fördert das Richtige viel mehr dadurch, daß man es selbst tut, als dadurch, daß man das Unrichtige beim anderen tadelt. Das wird man bald als eine der schönsten Früchte des eigenen theosophischen Strebens erkennen, daß dieses eine innere Überzeugungskraft hat, die nicht abhängig ist von den augenblicklichen äußeren Erfolgen. Bei solcher Gesinnung wird man bald klar darüber werden, daß, wo schlechte Früchte zutage treten, wohl auch nicht die rechte Theosophie zugrunde liegt.
Cite:
GA 34/12_theosophy_morality_and_health/p009 · edition original