12. Theosophie, Sittlichkeit und Gesundheit

GA 34/12_theosophy_morality_and_health/p010 · original (original)

Ein anderes, das gegen die «Theosophische Gesellschaft» vorgebracht wird, ist das Schwerverständliche ihrer Lehren, die nur für Menschen mit einer gewissen Vorbildung zugänglich sein sollen. Wer, so sagt man, kann sich, ohne besonderes Studium, hineinfinden in die fremdländischen Ausdrücke, in all die verwickelten Theorien. Nicht geleugnet soll werden, daß nach dieser Richtung noch vieles zu leisten ist, um es der Theosophie möglich zu machen, das Herz und den Verstand eines jeden zu finden. Aber diese Arbeit muß eben geleistet werden. Was diese Geistesrichtung zu verkünden hat, das kann aber wirklich, wenn die rechten Ausdrucksformen gefunden werden, einem jeden verständlich sein. Ja, nirgends ist es in so hohem Grade wie hier möglich, für einen jeden Grad von Schulung oder Lebenserfahrung die rechte Ausdrucksform zu finden. Der Gelehrteste und der Ungelehrteste, beide können finden, was sie für das Heil und den Frieden ihrer Seele brauchen. Geistesrichtungen, die Großes wollen, können sich nicht im engen Kreise abschließen; und wo es bisher die Theosophie getan hat, da ist es geschehen, weil sie selbst erst im Anfange ihrer Laufbahn steht, und daher erst die rechten Wege auf den verschiedenen Gebieten des Lebens suchen muß. Je weiter aber die Kreise werden, über die sie sich verbreitet, um so geeigneter werden die Mittel sein, die sie anwendet. Daß sie dadurch an Tiefe und Ernst verlieren könnte, wenn sie größere Verbreitung gewinnt, ist kein Gedanke, dem sich jemand hingeben sollte. Denn die Verbreitung gewisser hier in Betracht kommender Lehren ist heute Pflicht; und man hat, wenn man das erkennt, für die Erhaltung des Echten in denselben zu sorgen, trotz der Ausbreitung, nicht aber durch die Furcht vor Entstellung sich von dieser Ausbreitung abhalten zu lassen.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/34/12_theosophy_morality_and_health/p010.json
Cite: GA 34/12_theosophy_morality_and_health/p010 · edition original