Reinkarnation Und Karma vom Standpunkte der Modernen Naturwissenschaft Notwendige Vorstellungen

GA 34/e01/p025 · original (original)

Einige der gegenwärtigen Denker, die sich noch ein wenig Klarheit und Mut zufolgerichtigem Vorstellen bewahrt haben, sind ein lebendiger Beweis für diese Tatsache. Sie können sich zwar ebensowenig in den unserer Zeit so ungewohnten Gedanken von der Seelenentwickelung hineinfinden wie die charakterisierten Neu-Gläubigen. Aber sie haben wenigstens den Mut, sich zu der dann einzig möglichen anderen Ansicht zu bekennen: zu dem Wunder der Seelenschöpfung.. So kann man in dem Werk über Psychologie des Greifswalder Professors Johannes Rehmke, eines der besten Denker unserer Zeit, lesen: «Der Schöpfungsgedanke ... erscheint uns ... allein geeignet, dem Geheimnis der Seelenentstehung doch etwas Begreifliches abzugewinnen.» Rehmke kommt dazu, ein bewußtes Allwesen anzuerkennen, von dem er sagt, es «würde dasselbe, ... als alleinige Bedingung der Seelenentstehung, der Schöpfer der Seele heißen müssen». So spricht ein Denker, der nicht sanft sich in geistigen Schlummer einlullen will, nachdem er die physischen Lebensvorgänge begriffen hat, und dem doch die Fähigkeit fehlt, sich zu der Vorstellung zu bekennen, daß eine Seele sich aus ihrer früheren Daseinsform entwickelt habe. Rehmke hat eben den Mutzum Wunder, da er den anderen nicht haben kann zur anthroposophischen Ansicht von dem Wiedererscheinen der Seele, oder der Reinkarnation. Denker, in denen das naturwissenschaftliche Streben anfängt, sich folgerichtig auszubilden, kommen notwendig zu dieser Ansicht. So lesen wir in der Schrift des Göttinger Philosophieprofessors JuliusBaumann über «Neuchristentumund reale Religion » unter den neununddreißig Sätzen eines «Entwurfes eines kurzen Inbegriffs realwissenschaftlicher Religion» auch den folgenden (zweiundzwanzigsten): «... Wie ... in der unorganischen Natur die physikalisch-chemischen Elemente und Kräfte nicht vergehen, sondern nur ihre Kombinationen ändern, so ist dies nach realwissenschaftlicher Methode auch anzunehmen von den organischen und den organisch-geistigen Kräften. Die Menschenseele als formale Einheit, als verknüpfendes Ich kehrt wieder in neuen Menschenleibern und kann so alle Stufen menschheitlicher Entwickelung durchleben.»

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Cite: GA 34/e01/p025 · edition original