Sechsundzwanzigster Vortrag
Er soll namentlich empfinden, wie erweitert werden muß der Logosbegriff so, daß man dasjenige, was er enthält, in allem empfindet, was eigentlich Welt ist, daß man empfindet das Wirken des Logos im Wehen des Windes, im Wandeln der Wolken, in dem Gang der Sterne, der Sonne und des Mondes, in dem Werden und Wachsen alles desjenigen, was uns umgibt, aber auch empfindet in alle dem, was in dem Menschen wird, ohne daß der Mensch durch die eigene Kraft seiner Seelenentwickelung etwas dazu tut zunächst. Dabei empfinden wir dann den Logos oder das Wort noch nicht in seiner Vollständigkeit, aber das wesentlichste einer Meditation besteht ja darin, daß man mit einem unvollständigen Anfang anfängt, wie die Pflanze mit der Wurzel, und daß man dasjenige, womit man anfängt, indem es wächst in einem, selber zu dem kommen läßt, was daraus werden kann. Das zweite, was in dieser Zeit besonders empfunden werden kann, ist dasjenige, was ich nennen möchte das Gebot, (es wird an die Tafel geschrieben):
Cite:
GA 343/1921-10-09_02/p008 · edition original