Erster Vortrag

GA 343/anthroposophy_and_religious_life/p018 ·1921-09-26 · original (original)
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Ja, meine lieben Freunde, die Theologie, wie wir sie zunächst haben, wurzelt eben in ganz anderen Voraussetzungen als es diejenigen des modernen Menschen eigentlich sind. Schließlich sind schon die Grundlagen der Theologie - wenn sie nur richtig verstanden werden — auch genau dieselben wie die Grundlagen des Evangeliums selber. Ich spreche damit einen Satz aus, der natürlich, indem er so ausgesprochen wird, nicht gleich verständlich sein wird, der aber gerade für unsere Auseinandersetzungen hier von außerordentlicher Wichtigkeit und Bedeutung ist. Die Theologie, wie sie überliefert ist, tritt eben gar nicht in der Form auf, in der die moderne Wissenschaftlichkeit auftritt. Die Theologie ist zum großen Teil auch in ihren Formen etwas Überliefertes; sie führt als solche zurück in frühere Auffassungsweisen der Menschen. Gewiß, man hat später ja die moderne Logik auf die moderne Theologie angewendet, dadurch ist die Form der Theologie etwas verändert worden; man sieht dadurch nicht mehr recht zurück auf dasjenige, was Theologie einmal war. Wiederum ist es der Katholizismus, der eigentlich in dieser Beziehung etwas in sich hat, was außerordentlich berückend wirkt auf die mehr intelligenten Leute, und festgehalten werden viele Kleriker im Katholizismus, wenn sie Theologie studieren, durch dasjenige, was ihnen da überliefert wird als die Kunde von der sogenannten Uroffenbarung.

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