{"corpus":"steiner","locus":"GA 343/composition_of_the_gospels/p037","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Sehen Sie, derjenige, der empfindet: es muß ein Weg gesucht werden zu der Wahrheit, die Wahrheit muß dann in innerlicher Komposition so sein, daß sie unter den Menschen ist und die Menschen in der Wahrheit leben können, der empfindet eben jene Uniformierung, die heute in unserem Bücherschreiben lebt, eigentlich als etwas Antipathisches. Heute lebt etwas in unserem Bücherschreiben, daß wir uns, wenn wir Bücher schreiben, nicht so recht als Mensch unter Menschen fühlen, sondern dasjenige, was wir abstrakt erfaßt haben, ins Buch hineinschreiben, ohne Rücksicht darauf, wer das Buch bekommt. Das bringt eben das Bedürfnis hervor, gerade wenn von geistig-übersinnlichen Dingen geredet wird, zu dem, was im Buch allein stehen kann, und das, weil es uniformiert ist, der unbekannten Menge der [Menschen] doch nur etwas sehr Mangelhaftes geben kann, auch wiederum gemeinschaftlich mit den Menschen die Wahrheit zu erleben, nach der Art und Weise, wie diese Menschen sind, wie sie vorbereitet sind zur Wahrheit, und viel zu geben auf die Vorbereitung zur Wahrheit und weniger auf die uniformierte Formulierung des Wahrheitsgehaltes. Das gibt einem eine deutliche und starke Empfindung von dem, was ich gestern genannt habe den Lebensgehalt des Evangeliums. Aber der Lebensgehalt des Evangeliums soll auch nicht abstrakt gefaßt werden, wie ihn heute viele fassen. Die Menschen glauben leicht, wenn sie als religiöse Unterweiser ihre Worte gewissermaßen so zusammenfügen, daß sie gefühlsmäßig durchströmt sind, daß sie hart herandringen an dasjenige, was man sakramental nennt, sie glauben dadurch dasjenige zu finden, was aus dem Abstrakten herausführen soll.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1921-10-01","location":null,"word_count":247,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/343/composition_of_the_gospels/p037","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/343/composition_of_the_gospels/p037"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/343/composition_of_the_gospels/p037","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}